Statement der Weltweiten Vereinigung der Kleintiermeidiziner

(World Small Animal Veterinary Association, WSAVA)

gegen BARF


Ernährung ist eine Grundlage für Gesundheit, darum ist es essentiell, dass das Futter für Hunde und Katzen – egal ob Fertigfutter und selbst zubereitetes Futter – sicher und ausgewogen an Nährstoffen ist. Bei dem breiten Wissensstand, dass wir über den Nährstoffbedarf von Hunden und Katzen haben … gibt es keinen Grund, warum ein Tier ein Futter bekommen sollte, dass unausgewogen ist und einen Mangel oder Überschuss an Nährstoffen aufweist. Bei rohem Futter besteht ein großes Risiko, dass es mit Bakterien, Viren, Parasiten und anderen Krankheitserregern kontaminiert ist. Neben der Gefahr der Übertragung von Krankheitserregern und der unausgewogenen Versorgung mit Nährstoffen bestehen bei BARF noch weitere Bedenken, wie das Verletzungsrisiko durch Knochen (Verstopfung, Zahnfrakturen, Darmverschluss) oder eine Schilddrüsenüberfunktion durch Aufnahme von Schilddrüsengewebe. Es gibt derzeit keinen dokumentieren Beweis eines Vorteils von Rohfütterung, aber viele erwiesene Risiken. Daher rät die WSAVA von der Fütterung von BARF an Hunde und Katzen ab.

 

 

 

Dr. Stefanie Handl, Fachtierärztin für Ernährungsberatung

zum Thema BARFEN

(Fachtierärztin für Ernährung und Diätetik)

 

Auf jedem Fleisch (auch auf Lebensmitteln) finden sich Bakterien, die während der Schlachtung drauf gelangen, vor allem aus dem Darm des Tieres - Salmonellen, Colikeime, Campylobacter... das ist vor allem für uns Menschen gefährlich.

 

Aber Lebensmittel werden da ja kontrolliert Keimgehalt, Ablaufdatum, Temperatur in der Kühltruhe), etc. Abgehen davon essen wir Fleisch selten roh und wissen, dass man dann auf besondere Hygiene in der Küche achten muss.

 

Bei Fleisch, das als Hundefutter verkauft wird, gibt es keine Kontrollen und man weiß nicht, wie alt es ist, wie es gelagert wurde, etc. (vor allem, wenn es nicht laut Gesetz deklariert ist).

 

Hunde bekommen zwar selten Durchfall von Salmonellen & Co, es kann aber schon passieren, vor allem, wenn das Immunsystem geschwächt ist, z.B. durch Parasiten oder andere Krankheiten.

 

Dass Hunde eine besonders aggressive Magensäure hätten die alle Bakterien abtötet (oder was da immer behauptet wird) stimmt nicht. Ich hatte selbst schon Patienten, die Salmonellen hatten, und es wird mir von Kollegen berichtet, dass Salmonellen und Campylobacter im Kot gefunden wurden (das wird leider nicht routinemäßig untersucht, man muss spezielle Untersuchungen anfordern).

 

Und selbst dann weigern sich die Leute zu glauben, dass das vom rohen Fleisch kommt...


Ich sehe vor allem eine Gefahr für den Menschen - unsere Lebensmittel sind sehr sicher, dass man sich keine Sorgen machen muss, sich von Fleisch "etwas zu holen" und deswegen gehen viele Menschen sehr sorglos damit um (schlechte Küchenhygiene) und haben vergessen (oder nie gelernt), was alles passieren kann.


Ich befürchte, dass mit Fleisch für den Hund oder die Katze noch sorgloser umgegangen wird. Die andere Gefahr liegt darin, dass Hunde und Katzen so genannte "symptomlose Ausscheider" werden können - das bedeutet, sie werden nicht krank, haben keinen Durchfall, scheiden aber gefährliche Bakterien über den Kot aus - und die verteilen sich dann im ganzen Haushalt, wo das Tier liegt, im Staub, etc.... 


 

das alles lässt sich ganz einfach vermeiden, wenn man das Fleisch zumindest kurz erhitzt!